Es gibt viele verschiedene Arten von Hosen. Lange Hosen, kurze Hosen, Pluderhosen, Karottenhosen, Jeanshosen, und so weiter. Heute tragen Männer und Frauen Hosen – doch was ist deren Geschichte?
Die Hose hat sich erst sehr lange Zeit nach dem Rock entwickelt. Zur Herstellung von Hosen, sind Kenntnisse notwendig, aus denen sich ableiten lässt, dass die Hose erst in einer Zeit entstanden sein kann, in der sich der Mensch bereits gewisse handwerkliche Kenntnisse angeeignet hatte.
Vor allem für das Reiten sind Hosen wesentlich praktischer als Röcke. Bereits circa 700 v. Chr. wurden Hosen von Reitervölkern wie beispielsweise den Skythen getragen. Aber auch die Germanen erfanden bis etwa 1000 vor Christus die sogenannten „bruch“, kurze aus Beinwickeln entstandene Hosen.
Durch die Vasenmalerei der Griechen wissen wir, dass die Perser um das 6. Jahrhundert v.Chr. die lange Hosen nach Kleinasien brachten. Aber auch die Kelten entwickelten etwa zeitgleich aus der „bruch“, eine gleichnamige, von da ab bis ins 8. Jahrhundert n.Chr. beliebte lange Hose.
Bei den eigentlich fortschrittlichen Römern hingegen waren die Hosen bis ins 4. Jahrhundert n.Chr. als barbarisch und anstößig verschrien. Die Kaiser Honorius und Arkadius, die um die Jahrhundertwende vom 4. Zum 5. Jahrhundert das West- und Oströmische Reich regierten, versuchten sogar das Tragen von Hosen unter Strafe zu verbieten.
Vor allem für die Soldaten setzte sich die Hose dennoch aus praktischen Gründen immer mehr durch.
Durch den starken Einfluss des Rittertums im 12. und 13. Jahrhundert gewann die Hose in der Mode der Männer zunehmend an Bedeutung. Dabei war die eigentliche Hose, die Bruch jedoch nur etwa oberschenkellang. Der Rest der Beine wurde von den sogenannten „Beinlingen“ bedeckt.
Mit der Zeit verschmelzen Bruch und Beinlinge immer mehr und entwickeln sich zur Strumpfhose. Anfang des 16. Jahrhunderts kommt es erneut zur Trennung von Strümpfen und Hose. Der Mann trug nun Kniestrümpfe und eine Knielange Hose, aus der bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Culotte wurde. Es dauerte allerdings noch bis Ende des 17. Jahrhunderts, bis die Hose ihren anrüchigen Charakter vollkommen ablegen konnte und den Herrenrock endgültig aus der Mode verdrängte.
Während der Französischen Revolution setzte sich eine knöchellange Hose durch, die den Revolutionären den Namen „Sansculottes“ einbrachte. Nach der Revolution gingen diese in die allgemeine Mode über.
Doch bis zur heutigen Form der Hose war noch ein Stückchen Weg zurückzulegen. 1850 wurde der Hosenschlitz eingeführt, zur gleichen Zeit etwa erfand der Stoffhändler Levi Strauß in Amerika die Jeans. Die ersten Jeanshosen waren aus Baumwollplanen geschneidert und als widerstandsfähige Arbeitshosen für Goldgräber gedacht.
Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts die Arbeiterhose immer mehr zum Modetrend. Heute sind Jeans die meistgetragenen Hosen überhaupt.
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